Start Meldungen Bauer in Oder-Spree unverschuldet in Not geraten

Bauer in Oder-Spree unverschuldet in Not geraten

Pressemeldung:

LBV Brandenburg ruft zur Solidarität mit dem Bio-Landwirt auf und fordert von den zuständigen Stellen, endlich ihrer Pflicht zur Gewässerunterhaltung nachzukommen. 325 Mutterkühe müssen kurzfristig anderweitig untergebracht werden.

Teltow, 23.03.2018. Eine verfehlte Gewässerunterhaltung im Landkreis Oder-Spree hat zur wiederholten Überflutung und Versumpfung von großen Weideflächen geführt und bedroht die Existenz von Landwirten. Besonders betroffen sind die Standorte Neu Zittau, Hartmannsdorf, Mönchwinkel, Hangelsberg, Fürstenwalde, Braunsdorf und Erkner. Öko-Bauer Volker Schmohl betreibt auf einigen dieser Flächen eine extensive Weidetierhaltung.

Er wies seit 1995 auf die Missstände hin und mahnte eine tiergerechte Grundwasserflurabstände an. Doch seine Rufe blieben ungehört im Chaos der Zuständigkeiten zwischen des Wasser- und Bodenverbandes, der Unteren Wasserbehörde, des Veterinäramtes und  der Fachabteilung Wasser im Landwirtschaftsministerium. Bauer Schmohl geht deshalb mit den Verantwortlichen hart ins Gericht und spricht in diesem Zusammenhang von „Unterlassung der Gewässerunterhaltung“.

Die Versäumnisse beim Gewässermanagement führten dazu, dass die Mutterkühe von Volker Schmohl inzwischen im Morast stehen müssen. Daraufhin  wurde am 20 März 2018 das  Veterinäramt aktiv und verfügte die Auflösung der gesamten Rinderhaltung auf den betroffenen Flächen bis zum 06.04.2018 aus Tierschutzgründen. Schmohl ist nun gezwungen, nach anderen Standorten für seine 325 tragenden Mutterkühe zu suchen oder seine Tiere abzugeben. In Anbetracht der Tatsache, dass der Landwirt ohne eigenes Verschulden in diese Situation geraten ist, ein unglaublicher Vorgang.   

Der LBV Brandenburg e.V. fordert die zuständigen Stellen auf, endlich ihrer Pflicht zur Gewässerunterhaltung nachzukommen und nicht länger mit den Existenzen der Flächennutzer im ländlichen Raum zu spielen.  Die Gräben an den Feldrändern müssen geöffnet werden, so dass das Wasser von den Flächen ablaufen oder abgepumpt werden kann. Erst nachdem die Weiden abgetrocknet sind, können die Tiere wieder zurück auf die Weiden.

LBV-Präsident Henrik Wendorff ruft die Grundeigentümer in der Region zur Solidarität auf. „Ein Bauer ist hier ganz offensichtlich durch das Versagen verschiedener Stellen unverschuldet in Not geraten und benötigt dringend Unterstützung. Wer kurzfristig geeignete Ausweichstandorte bereitstellen kann, ist aufgerufen, sich mit uns in Verbindung zu setzen.“, so Wendorff.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92